Lesungen

 

Zu den drei „Kalten“ Romanen biete ich jeweils Lesungen an, die auch miteinander kombiniert werden können. Meine Lesungen veranstalte ich als lebendigen Vortrag mit Bildern und Hintergrundinformationen zum jeweiligen zeitgeschichtlichen Thema mit Passagen aus dem entsprechenden Buch.

 

Kalte Weide – Ein Hirtenbub im Schwarzwald

Hütekinder waren bis Ende der 1950er-Jahre ein gängiges Bild im Schwarzwald. Eltern gaben ihre Kinder in die Obhut von Bauern, wo die ca. 8- bis 14-jährigen Jungen und Mädchen fortan einem strammen, arbeitsamen Tagesablauf unterworfen waren. Ein Arrangement, das in der Regel allen nützte: Die Eltern hatten einen Esser weniger am Tisch, der Bauer eine günstige Arbeitskraft, das Hütekind genug zu essen.

Was es für Kinder bedeutete, von zu Hause weg auf einem Bauernhof mehr oder weniger auf sich selbst gestellt zu sein, wird anhand der in den 1940er-Jahren angesiedelten Romanfigur Miggi deutlich. Denn ein großes Stück weit war es Glück, ob man es beim Bauern gut oder schlecht hatte. Und wie sah es eigentlich mit der Schule und insgesamt mit der rechtlichen Situation aus? Diese Lesung gibt Antworten.

 

Kalte Herzen – Eine Magd im Schwarzwald

Der zweite Roman wirft das Licht auf einen sozialen Missstand, der noch gar nicht so lange aufgehoben ist: Wie erging es jungen Frauen, die unehelich schwanger wurden? Dieses Schicksal trifft im Buch Miggis Schwester Irmi, die daraufhin vom Vater aus dem Haus geworfen wird. Miggi bringt sie auf dem Schwarzwaldhof unter, auf dem er selbst als Hirtenbub während der letzten Kriegsjahre gelebt und gearbeitet hat. Dort wird aus der aufstrebenden Direktionsassistentin eine einfache Magd.

Die Lesung beleuchtet einerseits die Modernisierung der Landwirtschaft ab den 1950er-Jahren, andererseits die soziale Situation der unehelichen Mütter, die über keinerlei Rechte am eigenen Kind verfügten und darüber hinaus vielfach sozial geächtet waren.

 

Kalter Nebel – Widerstand am Kaiserstuhl

Ein Atomkraftwerk direkt neben dem Kaiserstuhl? Was heute wie eine Utopie erscheint, war in den 1970er-Jahren nur mit größtem Einsatz zu verhindern. Der Kampf gegen das Kernkraftwerk Wyhl vereinte Kaiserstühler und Elsässer, Intellektuelle und Arbeiter, Winzer und Studenten und legte den Grundstein für eine weitreichende gesellschaftliche Veränderung – weg von der Technikgläubigkeit hin zum Umweltschutz. 

Im dritten Roman lernen wir Miggis jüngste Geschwister kennen: Hannelore hat in Wyhl eingeheiratet und ist mit ihrem Mann im Widerstand aktiv. Johann als Polizist vertritt die Staatsmacht. Und auch Klara, die in den „Kalten Herzen“ unehelich geboren wurde, ist als Studentin dabei. Die Lesung erzählt von Bauplatzbesetzung, Räumung, Wiederbesetzung und Alltag auf und neben dem Platz. Eine echte Heldengeschichte.

Diese Lesung wird gerne vom Kaiserstühler Liedermacher Buki umrahmt, der seinerzeit mit „De bleede Ofe” oder „Mir sin eifach wieder do” echte Wyhl-Hymnen schrieb und den Widerstand mitprägte.